Samstag, 5. Mai 2012

3. Tag Freitag


Ein neuer aufregender Tag hat begonnen, an dem wir morgens beim aufstehen noch nicht gewusst haben, wo wir die nächste Nacht verbringen werden. :)

Um neun kam der Manager bei mir vorbei und meinte, dass wir in drei Stunden in Kasanga seien.
Da Sarah und ich gerne mit dem Zug in Tansania fahren möchten, mussten wir entscheiden, ob wir von Sambia nach Mbeya oder von Tabora (Tansania) nach Kigoma fahren wollen. Wir rufen verschiedene Leute an um raus zu bekommen, wann die Züge von Tabora nach Kigoma fahren, die fahren nicht täglich ein paar mal, sondern nur zweimal in der Woche. :)
unsere Kajüte
Als wir das endlich wussten, hat um kurz vor elf die Schiffsglocke ertönt, was bedeutet, dass wir demnächst halten werden. Deshalb packten wir schnell unsere Dinge um, falls wir uns doch entscheiden auszusteigen, alle Sachen beieinander hätten.

Innerhalb von Sekunden, als das Schiff im Hafen angelegt hatte, haben wir uns dafür entschieden, auszusteigen. :)

Im Reiseführer und auch von unseren zwei Freunden auf dem Schiff, haben wir erfahren, dass ein Mann Namens Oscar in Kasanga direkt am Strand eine kleine Lodge hat.
Nachdem wir ihn ausfindig gemacht haben, er war auch auf dem Schiff, mussten wir noch eine halbe Stunde warten, bis er uns mit dem Schnellboot abgeholt hat.
eins von zwei Rettungsbooten :)
Fünf Minuten später haben wir ein kleines Paradies entdeckt. :)

Wir konnten uns raus suchen, ob wir ein kleines Häuschen mit Bad haben wollen oder im Zelt schlafen. Klar haben wir uns für das Zelt entschieden (es war auch deutlich billiger :) ).
Als wir unser kleines Zelt eingerichtet haben, sind wir anschließend direkt in den kalten See gehüpft.
Am Nachmittag ging es 20 Minuten zu Fuß in das kleine Örtchen Mauzi. Dort haben wir uns mit Wasser, Keksen und Tomaten eingedeckt.
Zum Abendessen gab es mal wieder Reis und Fisch, dass wir auf einem alten Schiff, dass als Restaurant von der Lodge, umgebaut wurde, zu uns genommen haben. :)

Nach einer heißen Dusche unter dem Freiem Himmel (für Sarah weniger warm, da bis dahin das Wasser abgekühlt war), haben wir uns nochmal mit Oscar hingesetzt und darüber geredet, wie wir am besten zu den zweithöchsten Wasserfällen Afrikas gelangen. Die hier in der Nähe zwischen Sambia und Tansania sind.
unsere Kajüte war nicht groß - aber ausreichend
Als erstes haben wir von einem Guide aus dem Dorf, das Angebot bekommen, dass wir morgens mit dem Bus in das nächste Dorf fahren, von dort können wir zu den Wasserfällen laufen. Wenig später erfuhren wir dann von anderen Touristen, dass eine Strecke zu den Wasserfällen 16km sind, hin und zurück wären es also 32km.... :)
Jetzt werden wir wahrscheinlich am Sonntag morgen mit den Pigipigi (Motorrad) dort hinfahren, ist zwar deutlich teurer, aber auch viel bequemer.... :)

Um halb zehn, als wir nochmal zur Toilette gelaufen sind, haben wir ein großes beleuchtetes Schiff auf dem See gesehen, die M.V. Liemaba ist von Sambia zurück gekehrt. :)

Liebe Grüße
Möhre


Adios Schiff


:)

Freitag, 4. Mai 2012

2. Tag Donnerstag

Sonnenaufgang

 Heute waren wir die erste Nacht und den zweiten Tag auf hoher See.

Mahala Gebirge
Die Nacht, war zumindest bei mir, nicht so lang, da wir öfters angelegt haben. Dafür kommen ein paar kleine Boote aus dem Dorf mit Passagieren oder Fracht angefahren, die dann verladen werden und für manche Passagiere, bei denen die Fahrt zu Ende ist, steigen mit ihrem ganzen Gepäck aus.
Das alles passiert mit großen Geschrei und Gebrüll, da jeder so viel Fracht an Land bringen will, wie er kann, weil die Bootsinhaber dadurch Geld verdienen. :)
Wenn ich mal wieder ein bisschen Zeit im Interntcafe habe, werde ich vielleicht eins der Filme in Youtube hochladen. Damit ihr auch einen kleinen Einblick in unser

Zum Frühstück gab es im Restaurant ein Spanisches Omelett, Weißbrot und Chai (Schwarz Tee mit Milch). Manch Afrikaner aß Bohnen zum Frühstück.
Auf alle Fälle freue ich mich auf ein richtig gutes deutsches Frühstück mit Ei, Vollkornbrot, Butter und selbstgemachte Marmelade, wenn ich wieder in Deutschland bin. :)

Den ganzen Morgen sind wir um die Mahala National Park gefahren. Der zweite von den zwei einzigsten Parks in Tanzania, in dem man Schimpansen in freier Natur sehen kann.
Den Tag über haben wir eigentlich hauptsächlich gefaulenzt, Buch gelesen, gesonnt, zugeschaut, als wir wieder angelegt haben und die Boote ankamen, haben unseren Urlaubsplan ein paar mal um geschmissen.

neue Passagiere :)
Zum Mittag essen gab es mal wieder Reis und Fisch mit Kraut. Sehr abwechslungsreich hier an Bord, aber so kennen wir es von Tansania. :)

Heute Abend haben wir erfahren, dass wir vielleicht statt Freitag morgen, doch erst am Samstag morgen in Mpulungu (Sambia ankommen). Zumindest wird das der Fall sein, wenn wir morgen Kasanga erst nach zwölf Uhr Mittags erreichen, weil dann würden wir zu spät in Mpulungu ankommen, deswegen würden wir im Hafen von Kasanga übernachten und am nächsten morgen früh losfahren.

Morgen früh werden wir erfahren, wann wir in Sambia ankommen und dann werden wir uns kurzfristig entscheiden, ob wir noch in Tansania (Kasanga) oder in Sambia (Mpulungu) aussteigen werden. :)

Eine gute Nacht wünsche ich euch,
Eure Möhre


das Boot legt an, holt Passagiere ab oder bringt neue















Donnerstag, 3. Mai 2012

Reisetagebuch Tag 1


Hallöchen ihr Lieben,

Sarah und ich sind gerade in unserem knapp zweiwöchigem Urlaub. Ich werde versuchen jeden Tag einen kleinen Bericht zu schreiben, aber ich kann es nicht versprechen, dass ich ihn auch jeden Tag ins Internet stellen kann. :)
Auf gehts zum Markt und dann mit dem Taxi nach Kigoma

Heute (also am Mittwoch den 2.Mai) beginnt Sarah und meine Schiffsreise. Wir sind zwei Nächte und drei Tage unterwegs bis wir in Mpulungu/Sambia ankommen. :)

Unser Schiff ist die M.V. Liemba, ein altes deutsches Kolonialschiff.
Die Deutsch-Ostafrikanische Eisenbahn-Gesellschaft bestellte ein Passagierschiff, dass 67m lang und 10m breit ist, für den Tankanyka Lake.
Im Januar 1914 erreichte das Schiff Kigoma und am 9. Juni 1915 war es dann endlich so weit.
unser Schiff :)
Ein Jahr später kamen die Belgier, die Deutschen wollten ihnen nicht das Schiff überlassen und somit wurde es versengt.
Als der 1. Weltkrieg vorbei war, fanden die Belgier das Schiff und schleppten es nach Kigoma. In Kigoma versank es dann erneut und nach fast acht Jahren unter Wasser tauchte der „Götzen“ (es wurde ursprünglich so zu Ehren eines Gouverneurs genannt) wieder auf.

Die Liemba ist zur Zeit das größte und älteste Schiff auf allen innerostafrikanischen Seen und mittlerweile sogar eins der ältesten Passagierschiffen er Welt.

Das nur mal zur Vorgeschichte. :)

Gleich, am Mittwoch morgen, fing unser kleines Abenteuer an. Mit dem Krankenhaus Pick-up sind wir zum Markt gefahren, und weil die Sitzplätze alle vergeben waren, saßen wir auf der Ladefläche. :)
Nachdem wir dann noch ein kleines Problem mit dem Immigrations Büro hatten, saßen wir im Internetcafe, haben Mittag gegessen und uns eingepackt mit Trinken und Keksen. :)

Um drei Uhr Nachmittags ging es dann vollgepackt mit genügend Trinken, Essen und unseren Wanderrucksäcken an Bord. Während wir darauf gewartet haben, dass das Boot um halb fünf ablegt, haben wir unsere Kajüte bezogen und das Schiff erkundet, sogar ein Waschbecken haben wir im Zimmer, aber wir sind ganz schön froh, dass wir in der ersten Klasse gelandet sind. :)
3. Klasse
In der zweiten Klasse gibt es zwar Kabinen, diese sind aber noch viel kleiner als in der ersten.
Klasse 2b hat nur gepolsterte Sitze und Klasse drei hat Holzbänke oder sitzen im Flur auf dem Boden.
Das lustigste ist, dass Touristen auch in der dritten Klasse mitfahren können, aber dafür müssen sie 70 Dollar zahlen... :D

Noch bevor das Schiff, mit drei Stunden Verspätung abgelegt hat, haben wir zwei Jungs getroffen, die auch als Weltwärts Freiwillige in Tansania sind und aus Deutschland kommen. :) Gemeinsam sind wir zu viert die einzigsten Mzungus an Bord. :)
1. Klasse Toiletten

Das Abendessen, um halb neun, gab es als Buffet. Jaja, die Leute wissen schon, warum sie das Essen auf Schiff ganz schön teuer machen können. 5000 Tschilling (knapp 2,50€) mussten wir pro Person bezahlen. Es gab Reis, Pilau (Reis mit Gewürzen), Ugali, Erbsen, zwei Fleischsorten, Fisch und Tomatensoße. Also ein ganz normales afrikanisches Essen. :)

Jetzt ist es halb elf.
Vorher waren wir nochmal auf dem Gemeinschaftsklo, dass zwar kein Loch ist, aber manchmal ist ein Loch viel sauberer, als eine „normale“ Toilette.

Morgen werden wir den ganzen Tag an Bord verbringen, bin mal sehr gespannt, was wir noch alles so erleben, bis wir wieder am 13. Mai zurück im Heri sein müssen. :)

Liebe Grüße
Eure Möhre

Mittwoch, 2. Mai 2012





Hallo, Hallo,

erst mal möchte ich für eure Unterstützung danken, und dass ihr mir durch eure Spenden ermöglicht habt, vielen Menschen hier zu helfen. Heute möchte ich euch von ihnen erzählen.

Bis jetzt habe ich fast nur Familien unterstützt, die Schulgeld für ihre Kinder brauchen. Teilweise gehen die Kinder in Internate weiter weg, und teilweise gehen sie hier in der Nähe auf die Schule.
Umso länger und bessere Schulen die Kinder gehen, umso bessere Berufschancen werden sie später haben. Und können somit ihren Kindern auch die Möglichkeit geben, eine gute Schule zu besuchen und einen Beruf zu erlernen, der Zukunft hat.

Innoncent
Als erstes möchte ich euch von Innocent erzählen. Er ist der älteste Sohn (17 Jahre) von Ezra, eines guten Freundes von uns und der drei Kinder hat. Ezra hat uns damals auf der Hälfte der Strecke von Arusha nach Kigoma abgeholt, als wir das erste mal hier her gekommen sind. Jedes mal wenn wir eine Frage zum Land, Busverbindungen oder sonstige Dinge haben, wenden wir uns immer an ihn, da er sehr gut Englisch kann und in Tansania auskennt.
Innocent geht in ein Internat, das weiter weg ist. Da sein Vater Alleinverdiener ist, habe ich ihm insgesamt 120 000 Tansanische Schilling (58€) gegeben, damit Innocent weiterhin auf die Schule gehen kann und später eine gute Arbeit bekommt.

40 000 Tschilling (ca. 19€) haben wir der Familie Hope gegeben, einer sieben köpfige Familie plus Schwester von Mutter und einem Opa. Mit dem Geld und dem Geld von Sarah, können sie das Schulgeld von zwei Kindern zahlen. Eins der zwei Mädchen geht in der Nähe zur Schule und die andere ist in einem Internat, das nur eine Stunde entfernt ist.
Die zwei Töchter von Familie Hope

Neria ist die Tochter vom unserem Pastor, sie ist die jüngste von drei Kindern. Alle drei Kinder gehen auf gute Schulen. Die Mutter arbeitet auf dem Markt in einem kleinen Cafe, in dem sie aber ziemlich schlecht verdient, der Vater muss somit das Schulgeld für die Kinder bezahlen.
Neria hat im Winter die Aufnahmeprüfungen einer guten Schule in der Nähe von Arusha bestanden. Für die Schule fehlte jedoch das Geld und somit haben wir beschlossen, dass jeder von uns vier 200.000 Tschilling (ca. 94€) bezahlt, damit sie dort auf die Schule gehen kann.

Bestimmt habe ich euch auch schon etwas von Sevelina erzählt, einem 2,5 jähriges Mädchen, dass sich den Oberschenkel gebrochen hat und fast zwei Monate bei uns im Krankenhaus war, da der Knochen entzündet war.
Sevelina
Von den Ärzten hat der Vater zwei Möglichkeiten bekommen, entweder sie gehen in ein anderes Krankenhaus, in dem sie einen Wundabstrich machen können und dann bekommt die kleine spezielle Antibiotika, die gegen die Erreger sind, oder das Bein wird amputiert.
Der Vater hat sich zum Glück für das andere Krankenhaus entschieden.
Bevor sie gegangen sind, mussten sie die Krankenhausrechnung noch begleichen. Insgesamt hat der Vater schon über 200 000 Tschilling für das Kind aufbringen können, aber die letzten 23 700 Tschilling (ca. 11€) hatte er nicht mehr, so übernahm ich die Kosten.

Für Neema (ich habe vor längerer Zeit von ihr berichtet), habe ich eine extra Spenderfamilie, die mir monatlichen einen kleinen Betrag überweist.
Neema auf dem Markt mit ihrem jüngsten Sohn
Damit konnte ich Neema helfen, ihr eigenes Geld zu verdienen, in dem ich mit ihr nach Kasulu (eine Stadt, die in einer guten Stunde zu erreichen ist) gefahren bin. Dort haben wir ein großes Paket mit verschiedenen Kinderkleidung gekauft. In diesem Paket für 160.000 Tschilling (ca. 74€) sind zwischen 250-300 Kleidungsstücke enthalten. Diese verkauft sie jetzt dreimal die Woche auf dem Markt. In der Zwischenzeit ist Neema schon einmal alleine nach Kasulu gefahren um dort Kleider zu kaufen und in diesem Paket hat sie ein deutsches 1€ gefunden. :)

Also wie ihr seht, kann ich eure Spenden immer gut gebrauchen. :) Jetzt habe ich nur leider meine Spenden verbraucht, aber trotzdem kommen immer wieder noch Menschen zu uns, die hauptsächlich Schulgeld für ihre Kinder brauchen.
Wenn ihr mir also doch noch was überweisen wollt, könnt ihr mir gerne eine email schreiben und ich schicke euch meine Bankdaten zu. :) moehremiriam(at)web.de

Liebe Grüße,
Eure Möhre

Mittwoch, 28. März 2012

Gombe Park

Hallöchen ihr Lieben,

bei uns im Heri Hospital rast die Zeit sehr schnell.
Vor zwei Wochen waren die Eltern von Thala da (eine von den zwei Medizinstudentinnen aus Dänemark). Gemeinsam mit den vier Dänen, Sarah, Madeleine und ich, waren im Gombe National Park.

unser Boot
Dienstags morgens um sechs Uhr ging es los. Mit zwei Taxis ging es nach Kigoma an den „Hafen“ und von dort aus sind wir mit einem kleinen Boot auf dem Tankanyka Lake entlang gefahren. Es war wunderschön, die Sonne ging auf, am Ufer sind überall Berge die grün sind mit Bäumen und Gras. Es kamen andere Boote entgegen, die meisten waren Fischerboote, die zurück rudern. Oder es kamen voll besetzte Boote mit Menschen entgegen, die von Burundi nach Kigoma fahren und abends wieder zurück.

Der Gombe Park liegt direkt am See und es führen keine Straßen zu ihm hin und im Park gibt es nur Trampelpfade.
Nach zwei Stunden Bootsfahrt waren wir endlich am Ziel.
Mit zwei Guides ging es durch verschlungenen und steile Pfade in den Wald. Es war so richtig im Urwald. Zwischendurch konnte man durch die Bäume hindurch, den Tankanyka Lake sehen.
Die Hauptattraktion waren die ungefähr 60 Schimpansen, die in kleinen Gruppen im Gombe Park verteilt sind.

Nach ein bis zwei Stunden sind wir endlich zu einer Gruppe Schimpansen gestoßen, die ganz oben in den Baumgipfeln saßen. Zwei Babyschimpansen haben gemeinsam gespielt.
Einige Zeit später ist die kleine Gruppe herunter gekommen und vor uns über den Pfad gerannt. Es war so schnell, dass man eigentlich keine Bilder machen konnte. :)

Unser nächstes Ziel waren die Wasserfälle von dem kleinen Bach, der durch den Gombe Park läuft. Natürlich haben wir erst mal eine Dusche genommen... :)
Anschließend sind wir wieder, nach über vier Stunden, zum Startpunkt gelaufen.
Nachdem Sarah und ich noch ein kleines Bad im Tankanyka Lake gemacht haben, ging es wieder mit dem Boot zwei Stunden zurück.

In Kigoma am Hafen haben uns die zwei Taxis wieder in Empfang genommen und als Abschluss sind wir alle gemeinsam Essen gegangen.

Es war ein wunderschöner Ausflug... :)

Liebe Grüße
Eure Möhre



die ersten Affen vom Boot aus

wie im Urwald... :)

Chimpanse


Chimpanse

Fleischfressende Pflanze



unser Wasserfall... :)

Sonntag, 26. Februar 2012

Zwischenseminar...

Hallöchen ihr Lieben,

jetzt ist es schon wieder eine Weile her, dass wir euch geschrieben haben.

Jetzt im Februar hatten wir unser Zwischenseminar auf dem Gelände in der Ost-Zentral Division in Nairobi.

Am 2.2 begann unsere Reise nach der Arbeit. Zu dritt (Sarah, Schnatterle und ich) sind wir mit dem Taxi nach Kigoma gefahren. Dort haben wir uns zwei Zimmer genommen, natürlich hatten wir kein Bad im Zimmer und das Gruppenklo war ein Loch... :) Aber für eine Nacht ging es.

Am nächsten morgen ging es mit dem Bus um sechs Uhr los.
Nacht im Bus
Schon nach knappen zwei Stunden hieß es anhalten und aussteigen da unser Bus ein Problem hatte und er repariert werden musste. Nach einer Stunde ging es wieder weiter.
Da es in den letzten paar Tagen nicht geregnet hatte und es keine geteerten Straßen gibt, war es ziemlich staubig.
Bis zur Mittagspause sind wir noch zwei bis dreimal stehen geblieben. Einmal haben sie zwei Sicherheitsgurte abgeschnitten, die sie zum reparieren gebraucht haben. Aber es hat nicht wirklich geholfen. :)
In Kibondo (Stadt, in der immer Mittagspause ist) sind wir 2-3 Stunden später angekommen wie normal.
Dort standen wir dann wieder über zwei Stunden. Als wir dann endlich losgefahren sind, haben wir gedacht, jetzt können wir durchfahren bis nach Kahama. Pustekuchen, wir haben Afrika nicht mit ein berechnet... Nicht mal fünf Minuten später standen wir wieder. Und dann war es aus die Maus. :) Der Bus konnte nicht mehr weiter fahren.
Aus Kigoma wurde ein neuer Bus angefordert und wir haben die nächsten vier bis fünf Stunden außerhalb vom Bus und im Bus mit warten verbracht. Der Plan war, dass wir mit dem neuen Bus zwei bis drei Stunden weiter fahren. Dort wäre eine Polizeistation gewesen und wenn diese uns erlaubt hätten weiter zu fahren (das Gebiet danach ist in der Nacht sehr gefährlich), dann wären wir irgendwann mitten in der Nacht in Kahama angekommen.
Giraffenpark in Nairobi
Als dann endlich der andere Bus kam, war es schon nach neun abends und wir sind dann nicht zur Polizeistation gefahren, sondern wieder zurück nach Kibondo zur Busstation. Dort hat der Bus den Motor und das Licht ausgemacht und es wurde geschlafen.... :) Die Nacht war ziemlich kurz, zumindest bei mir. Zwei Stunden konnte ich schlafen, dann kam der Mann zurück, auf dessen Platz ich mich hingelegt hatte (ich lag über zwei Sitze). Er hat ziemlich arg gelallt und ich konnte ihn kaum verstehen, der war sowas von dicht. Als ich dann wieder auf meinem Platz saß hat der ganze Bus nur nach Zwiebeln und Alkohol gestunken...
Um sechs Uhr Morgens ging es dann wieder los. Vier Stunden später sind wir endlich in Kahama angekommen. Am Busbahnhof haben wir unser nächstes Busticket gekauft und anschließend sind wir in unser Stammhotel gefahren. Dort haben wir erst mal unseren Staub abgeduscht und uns ausgeruht.

Am nächsten Morgen (Sonntag) ging es um sechs mit dem nächsten Bus weiter nach Arusha. Diesmal lief die Reise fast problemlos. Nur einmal standen wir eine dreiviertel Stunde... :)

Den Montag in Arusha haben wir genossen. Wir waren gut Essen, einkaufen und haben die Bustickets für den nächsten Tag nach Kaijado besorgt.

Es war schön zu sehen, dass unser Bus nach Kaijado (1,5 Studen von Nairobi entfernt, dort sind zwei andere Volunteers von uns) ein kleinerer war (ja Naschi, da wird das Gepäck aufs Dach geladen, wie in den Dokumentationsfilmen aus Afrika...:)). Zu sechst sind wir dort eingestiegen (die zwei Mädels vom Cradle und Madeleine waren auch dabei). Am Grenzübergang, nach Kenia, mussten wir alle aussteigen und uns ein Touristenvisum zu holen.
Anne
Anschließend ging es weiter und die fünf Mädels haben geschlafen. Während ich gestrickt habe, sah ich auf einmal ein Schild auf dem Kaijado aufstand. Nachdem ich dann die Mädels aus ihren Träumen herausgerissen haben, sind wir ausgestiegen und uns haben Anne (unsere Seminarleiterin) und Sabrina (Volunteer im Mädcheninternat in Kaijado) freudig begrüßt.
Gemeinsam ging es auf das Internatsgelände, dass mitten im Masaigebiet liegt. Dort wohnen fast nur Masaimädels die entweder von daheim weggelaufen sind, weil sie beschnitten oder verheiratet werden sollen oder sie wurden mit Hilfe der Polizei heraus geholt und in das Internat gebracht.
Im Haus der zwei Volunteers wartete Jhana (die andere der beiden Volunteers) auf uns und ein wenig später gab es Essen. :)

Nachmittags haben wir eine Führung bekommen. Sobald man durch den Blechzaun geht, kommen die Maseimädels einem entgegen, geben einem die Hand, machen mit dir Backe an Backe und fragen dich wie du heißt. Nach 20-30 Mädels wusste ich nicht mehr, wie irgendjemand heißt. Auf einmal hatte ich drei bis vier Mädels an meiner Hand, die mir das Gelände gezeigt haben. Unterwegs hab ich manchmal einen von den anderen getroffen, die auch umhergeführt wurden.
Es ist sehr schön, wie die Mädchen, die teilweise mit acht Jahren verheiratet (natürlich vorher beschnitten) und vergewaltigt wurden, hier wieder aufleben und ihre Kindheit genießen können.

Am nächsten morgen ging es mit dem Daladala (in Kenia heißen sie Matatu) nach Nairobi. Unterwegs haben wir einen kleinen Zwischenstopp in einem Supermarkt gemacht. Wir Heri Mädels haben dort mal wieder einen kleinen Kulturschock bekommen, weil es so viele Dinge gab. :)

Das Gelände der Division ist auf einem Hügel, der tatsächlich Advent Hill heißt. Das Gelände ist sehr groß... Dort ist Adra Tansania untergebracht, eine Uni, eine Schule und die Division.

Gemeinsam mit den anderen Volunteers haben wir die Auszeit von unseren Projekten genossen. Wir haben über unser Erwartungen geredet, die wir am Anfang hatten, über unsere Probleme und Enttäuschungen, aber auch über unsere Ziele, die wir für die nächsten fünf Monaten haben. Wir haben diskutiert, was wir hier in Afrika noch alles erreichen wollen und was wir nach dem Freiwilligen Jahr machen, wenn wir wieder in Deutschland sind.
Am Freitag hatten wir einen Ausflugstag. Als erstes sind wir in den Giraffenpark gegangen. Dort konnte man die Giraffen mit der Hand füttern und sich abknutschen lassen. :)
Unsere Gruppe... :)


Zum Mittagessen sind wir in ein Einkaufszentrum gegangen. Dort haben wir uns hingesetzt und bevor wir alle saßen, hatten wir fünf bis sechs verschiedene Speisekarten auf dem Tisch (die Tische haben sich mehrere Restaurants geteilt).
Nach dem Essen ging es weiter in ein Freilichtmuseum, Bomas of Kenia. Dort haben wir eine Tanzvorstellung besucht in der unterschiedliche Tänze, von den verschiedenen Kulturen Kenias, aufgeführt wurden. Danach haben wir verschiede traditionelle Wohnstätten angeschaut.
Last but not least waren wir im Einkaufszentrum shoppen... :)

Die Zeit während dem Zwischenseminar war sehr schön und ging viel zu schnell vorbei. Wir hatten eine sehr gute Gemeinschaft. Es wurde viel gelacht und nur deutsch geredet. :)

Auf der Heimreise ging alles gut. Wir hatten keine Probleme mit dem Bus und sind gut in Heri angekommen. :)

Liebe Grüße
Möhre

Mittwoch, 1. Februar 2012

Wieder zurück im Heri

 
Hallo ihr Lieben,

seit fast zwei Wochen sind wir jetzt wieder im Heri, nachdem wir Urlaub hatten und auf Safari (Reise) waren.

Schnatterle hat sich in Nairobi mit Alwyn getroffen und ist mit ihm zu seiner Familie nach Migori (Kenia) gefahren. Dort haben sie fast zwei Wochen verbracht.
Andi und ich in Zanzibar

Ich hab mich mit Andi getroffen, gemeinsam haben wir eine zweitägige Safari gemacht. Wir waren am Lake Manyara und im Ngorogoro Krater. Es ist wunderschön, wenn mal die Vielfalt von Gottes Schöpfung betrachten kann... Da gibt es z. B. die hässliche Hyäne, den faulen Löwen und das dicke Flusspferd, die dummen Knus, die hinter den Zebras herlaufen müssen, da sie den Weg nicht selber finden würden.
Anschließend sind wir nach Dar es Salaam gefahren. Dort hab ich einen kleinen Kulturschock bekommen, als wir in einem Supermarkt waren und es dort Ü-Eier, Mandel-Butter-Stollen (es stand wirklich alles auf Deutsch dran), Schwarzbrot und Alpro Sojamilch gab... :)
Am nächsten Tag ging es mit der Fähre nach Zanzibar... Unser Hotel war traumhaft schön... Es gab morgens, mittags und abends großes Buffet. Außerdem waren wir jeden Tag an der Poolbar etwas trinken.
An einem Tag sind wir in den kleinen Nationalpark auf Sansibar gegangen. Dort gab es Affen, die die nur auf Sansibar heimisch sind. Dann haben wir eine Spicetour gemacht und alle möglichen Gewürze und Früchte gesehen. Am Ende haben wir in die Inselhauptstadt Stone Town besucht.
7 Stunden.... :)
An einem weiteren Tag sind wir Hochseeangeln gegangen. Aber anstatt Fische zu fangen, haben wir sie gefüttert und sind über der Reling gehangen. :)

Die letzten zwei Tage unseres Urlaubes haben wir zu viert (Natalie, Alwyn, Andi und ich) gemeinsam in Arusha verbracht. Bevor unsere Jungs wieder zurück geflogen und wir zwei in den Bus eingestiegen sind.

Im Heri ist fast alles beim alten. Dr. Oster ist aus Dänemark gekommen (er kommt jedes Jahr im Frühjahr für drei Monate) und er hat zwei Medizinstudentinnen mitgebracht, mit denen wir uns gut verstehen.
Ergebnis... :)
Schnatterle hat im OP angefangen und ihr gefällt es da sehr gut. Ein paarmal durfte sie schon bei der OP assistieren und sie ist darin sehr gut. :)
Ich bin wieder auf der Männerstation, aber ich hoffe, dass ich demnächst auch in den OP kann. :)

Vor einer Woche hab ich mir jetzt auch endlich meine Haare machen lassen. Dafür saß ich sieben Stunden auf dem Boden und zwei Frauen haben an meinen Haaren gearbeitet, aber die Arbeit hat sich gelohnt... :)

Nächste Woche beginnt unser Zwischenseminar in Nairobi/Kenia. Dort werden wir die vier anderen Freiwilligen aus Arusha und Kenia treffen.

Liebe Grüße
Natalie & Möhre
(Verfasser: Möhre)